Trainieren wie die Profis

Wer erfolgreich trainieren möchte, sollte einiges beachten. Aber welche Dinge sind es die man unbedingt beachten sollte? 

Ein gutes Training beruht zu allererst auf einem soliden Plan. Nur wer sein Training plant, kann sich ,wie letzte Woche geschildert, genaue Trainingsziele setzen und diese einzelnen Meilensteine zu einem Großen und Ganzen zusammenführen. Eine Gliederung könnte zum Beispiel grob in die Punkte Reiter und Pferd unterteilt werden. Die Punkte gliedern sich dann weiter auf in reiterliche Grundlagen, reiterliches Geschick und das Sammeln von Erfahrungen. Die reiterlichen Grundlagen können sich noch weiter aufgliedern in Sitz, Fundament, Hände, Hilfengebung und viele weitere Punkte. Der Punkt Geschick beinhaltet beispielweise das Schulen des Auges (also der genauen Absprungfindung), Gleichgewichtsübungen für den Reiter und das richtige Handling für das Pferd. Die Erfahrungen können natürlich nur von Zeit zu Zeit mit den Erlebnissen gewonnen werden, sie sollten aber immer im Gedächtnis oder auf dem Papier bleiben, denn von eigenen Erfahrungen lernt man am besten. Dazu zählen auch Fehler, die begangen wurden. Fehler sind nicht schlimm, sondern menschlich. Jeder macht Fehler, aber wer aus seinen Fehlern nicht lernt, ist selbst schuld. 

Sehr ähnlich ist auch der Zweig hinter der Ausbildung des Pferdes. Wer ein junges und/ oder unerfahrenes Pferd unter sich hat, kann das Training beispielsweise in Grundlagen, Feinheiten und Korrekturen untergliedern. 

Bei uns wären die Grundlagen Dinge wie das Beibringen der verschiedenen Kommandos, also der Hilfengebung. Oder Gehorsamstraining, welches auf Vertrauen basiert, denn nur ein Pferd, welches seinem Reiter vertraut, wird wirklich zuverlässig die verschiedensten Anforderungen meistern. Außerdem werden innerhalb der Grundlagen das Gleichgewicht, die Kraft/ Ausdauer und die Gewöhnung an gruselige Dinge vorgenommen, sowie die erste Gymnastizierung. Unter den Feinheiten verstehen wir weiterführendes Training der Hilfengebung, damit ein Pferd auf die grundlegend erlernten Hilfen noch besser, schneller und feiner reagiert, denn so sind die Hilfen auch für das Pferd angenehm und verständlich. Weiterhin trainieren wir unter dem Punkt Feinheiten eine intensivere Gymnastizierung und insbesondere isolierte schwere Elemente eines Parcours. 

Fallen uns Fehler auf, die sich bei einem Pferd eingeschlichen haben, egal ob der erfahrene Lumpi oder die lernende Püppi oder ein ganz anderes Pferd, konzentrieren wir uns auf die Korrektur dieses Fehlers und arbeiten gezielt daran diesen zu beheben. 

Wie ihr sicher gemerkt habt, haben wir mit dieser Beschreibung eine MindMap skizziert. In Form einer MindMap könnt ihr am übersichtlichsten alle Punkte notieren und darstellen, an welchen ihr arbeiten müsst/ wollt. Mit dieser MindMap könnt ihr dann auch durch Nummerierungen die Reihenfolge ordnen nach welcher ihr jeweils die verschiedenen Punkte trainieren wollt. 

 

Damit sind wir auch beim nächsten wichtigen Punkt, den es für ein erfolgreiches Training zu beachten gilt. Es bringt niemandem etwas mal hier und mal da etwas zu üben. Oder mal hier und mal da etwas zu korrigieren. So werden zu viele Baustellen eröffnet und meistens die wenigsten komplett abgeschlossen. Hat man mehrere Punkte, an denen man arbeiten möchte, sollte man sich unbedingt die bereits erwähnte Reihenfolge klar machen. 

Wir sind immer der Meinung zuerst die Punkte zu trainieren, an denen wir selbst schuld sind. Das heißt reiterliche Probleme sollten möglichst vor den Problemen des Pferdes trainiert werden, denn oft bewirkt die Verbesserung des Reiters bereits eine Verbesserung des Pferdes. Das Pferd ist ja immer nur so gut wie der Reiter selbst. Außerdem erarbeitet man sich so eine sehr schöne Ansicht, nämlich die Fehler bei sich selbst zu suchen und nicht erst mit dem Finger auf das Pferd zu zeigen. Auch bei unserer Ausbildung der Pferde muss immer zuerst geschaut werden, was der Reiter in den verschiedenen Situationen noch besser machen kann. Arbeitet zum Beispiel erst am Sitz und dann an den ersten Sprüngen. Ein ruhiger, stabiler Sitz garantiert mehr Ruhe für die ersten Sprünge und damit mehr Sicherheit. Oder arbeitet erst an der korrekten Hilfengebung, bevor Sporen und Gerten falsch eingesetzt werden. Oft reagieren Pferde schlecht oder gar nicht auf treibende Hilfen, weil der Reiter die Hilfen nicht korrekt anwendet. Wir haben uns früher Hilfsmittel wie Sporen und Gerten erst verdienen müssen. Funktionierte das Pferd nicht ohne Gerte und Sporen bekamen wir diese erst recht nicht an die Hand. Sondern mussten bis zum Erbrechen üben die Hilfen korrekt anzuwenden. Erst wenn die Grundlagen der Hilfengebung perfekt waren, durften wir mit Gerte und Sporen die Hilfengebung verfeinern. So missbraucht man diese Hilfsmittel nicht, sondern kann richtig angewendet noch feiner mit dem Pferd kommunizieren. Um noch ein Beispiel zur Pferdeausbildung zu nennen, man sollte erst am Gleichgewicht des Pferdes arbeiten und dann erst an den Galloppwechseln. 

Also erst einen Punkt geplant erarbeiten und sobald dieser Punkt funktioniert zur nächsten Baustelle gehen. 

 

Ein nächster sehr sinnvoller Teil des Trainings findet sich im Unterricht bei einem Trainer. Sucht euch euren Trainer sehr gut aus, denn von ihm kauft ihr Wissen! Je mehr Wissen der Trainer hat, desto mehr Wissen kauft ihr zu dem jeweiligen Preis der Reitstunde ein. Zusätzlich kauft ihr Routine und Erfahrung, was dem Schüler letztlich Halt und Sicherheit gibt. Ein Trainer sollte aber auch streng sein und vor allem penibel an jeder Feinheit arbeiten wollen. Das heißt ein Trainer ist unserer Meinung nach schlecht, wenn ihr euch zu wohl oder zu unwohl während des Unterrichts fühlt. Es muss anstrengend sein und es muss konsequent gearbeitet werden. Schlechte Gefühle oder zu lockeres Training helfen jedoch keinem weiter. Und nun der wichtigste Tipp zum Training mit einem Lehrer: Seht die Reitstunde als Kontrolle an und als suchen der Hausaufgaben. Wer einmal die Woche konzentriert unter Beobachtung des Trainers reitet, aber den Rest schlumpert und ohne Ziele einfach nur reitet, wird nicht voran kommen. Natürlich muss es Tage geben, an denen man einfach nur die Zweisamkeit genießt, aber wer hart an sich und dem Pferd arbeitet, wenn keiner hinsieht, wird sehr viel Erfolg haben. Bleibt also immer ehrlich zu euch selbst und bewertet selbständig, ob ihr euer Trainingsziel für den Tag erreicht habt oder ob es noch Verbesserungswürdig ist. Sprecht auch mit eurem Trainer des Vertrauens genau ab, was ihr zuhause machen sollt und worauf ihr achten sollt. Ihr könnt auch den Trainingsplan mit den gewünschten Zielen miteinander besprechen oder euch helfen lassen diesen Plan zu erstellen. 

 

Am aller wichtigsten von allen genannten Punkten ist es aber, dass ihr nie zu viel Ehrgeiz entwickelt. Erinnert euch immer warum ihr mit dem Reiten angefangen habt: Einfach weil es unheimlich viel Spaß macht! In den kommenden Blogposts besprechen wir gemeinsam wie so ein Trainingsplan aussehen könnte, sodass am Ende ein allgemeiner Trainingsplan entsteht, den ihr gerne benutzen könnt. 

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