Pferdefütterung

Im Futter unserer Pferde findet sich die erste wichtige Grundlage für den sportlichen Erfolg. Aber auch für das Wohlbefinden des Pferdes und dessen Immunsystem ist es von großer Bedeutung.

In freier Wildbahn verbringen wilde Pferde ca. 16h mit der Aufnahme von Nahrung. Dabei bewegen sie sich auch ständig fort. Außerdem halten die Pferde während der Futteraufnahme ständig den Kopf nach unten gestreckt. Gefressen wird Saftfutter in Form von Gräsern, aber auch Raufutter. Nicht selten werden Rinden und Sträucher angefressen und zum Beispiel Hagebutten aufgenommen. Dies alles beobachten Forscher in verschiedenen Naturschutzgebieten, in denen wilde Pferde zur Freihaltung von Flächen benutzt werden. 

Sicherlich dies ist eine sehr ursprüngliche Ernährung, die auch ein wenig in Vergessenheit geraten ist, aber an diesen Grundlagen können wir uns orientieren. 

 

Doch beginnen wir klein. 

Das Futter unserer Pferde wird allgemein in Raufutter, Saftfutter und Kraftfutter unterteilt. 

Typische Vertreter von Raufutter sind Stroh und Heu. Diejenigen des Saftfutters finden sich im Gras, aber auch in Obst. Für das Kraftfutter gibt es gefühlt unendlich viele verschiedene Varianten und Formen, denn das Kraftfutter ist von uns Menschen bis auf die Spitze getrieben. Innerhalb dieser Gruppe finden sich aber grob gesprochen die verschiedenen Getreide unserer Felder wieder. 

 

Nun wollen wir dieses Wissen über die verschiedenen Futterarten mit dem Wissen der ursprünglichen Fressgewohnheiten der Pferde kombinieren und Vorteile daraus ziehen! 

Wie wir wissen bewegen sich die Pferde bei der Nahrungsaufnahme ständig im langsamen Schritt vorwärts. Diese stetige und ständige Bewegung ist natürlich wichtig, um neues Gras zu erwischen, aber hier spielt noch ein anderer wichtiger Aspekt mit rein: durch die Bewegung wird die Peristaltik des Darms angeregt und nur so funktioniert eine gesunde Verdauung. Daraus können wir außerdem noch einen anderen Nutzen ziehen. Unsere Sportpferde müssen fit sein, fit wie ein Turnschuh. Viel Bewegung trägt genau dazu bei. Das heißt: stellen wir unsere Pferde den ganzen Tag auf die Weide, haben wir bereits einen wichtigen Grundstein im Ausdauertraining gelegt. Und das mit kaum Aufwand! Gleichzeitig werden wir dem Verdauungstrakt unserer Pferde gerecht. Denn dieser braucht ständig etwas zum Verdauen. 

Welchen Vorteil können wir uns noch zu eigen machen? Betrachten wir einmal die Haltung der Pferde beim Fressen in der Natur. Wie bereits bekannt strecken Pferde ihren Kopf Richtung Boden und machen einen langen Hals. Beim täglichen Training mit unseren vierbeinigen Freunden ist es sehr wichtig Vorwärts- Abwärtsdehnungen mit einzubauen. So soll sich der Rücken aufwölben, was dazu führt, dass sich die Bandscheiben bewegen können. Bei korrekter Vorwärts- Abwärtsdehnung trägt sich das Pferd also selbst und wird lockerer. Ein lockeres Pferd wiederum ist zwingend notwendig, um im Sport erfolgreich jede Aufgabe bewältigen zu können. Egal ob Springen, Dressur, Western oder Voltigieren. Bieten wir den Pferden die Chance vom Boden zu fressen passiert das Gleiche. Die Pferde dehnen sich und wölben den Rücken auf. Dies führt schlussendlich zu lockeren, nicht verspannten Pferden. Was uns die Arbeit mit dem Pferd erleichtert. Außerdem passen die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers in bodennaher Haltung perfekt aufeinander, weshalb sich mit dieser Futteraufnahme keine oder kaum falsch abgenutzte Zähne bilden. Sehr gut übrigens in Kombination mit dem ersten Lifehack aus der Natur. Aber auch in der Boxenhaltung können wir darauf achten den Pferden das Fressen bodennah zu geben. 

 

Drittens können wir von der Natur lernen, dass ein Pferd vor allem abwechslungsreich speisen muss. Es holt sich aus so vielen verschiedenen Dingen Nährstoffe. Forscher lernen gerade erst wie detailliert die Nahrungsaufnahme wilder Pferde tatsächlich ist. Das heißt wir sollten darauf achten unseren Liebling nicht eintönig zu füttern. Dabei sollte allerdings unbedingt darauf geachtet werden, dass plötzliche Futterumstellungen fatal enden können. Die Millionen von Mikroorganismen des Verdauungstraktes können sich nicht von jetzt auf gleich umstellen und so können lebensgefährliche Koliken entstehen. Man sollte also darauf achten die grundsätzlichen Futtergaben konstant zu halten und Umstellungen immer über einen längeren Zeitraum vorzubereiten. Dabei sollten die gewählten Futterquellen die verschiedenen Bedürfnisse perfekt abdecken. 

 

Beachten wir die angeführten Beobachtungen weiter, ergibt sich daraus, dass Pferde viel und gutes Raufutter und Saftfutter in Form von Gräsern benötigen. Also Stroh, Heu und Gras. So bekommen wir bereits nur mit diesen Grundlagen verschiedene Nährstoffe in unsere/n Freund/in. Der weitere Vorteil: Diese Grundnahrungsmittel sind in der Regel kaum oder gar nicht chemisch behandelt. 

Diese Grundlage können wir noch mit Äpfeln, Möhren, Hagebutten (in Maßen) und vielem mehr ergänzen. Bereits damit haben wir eine unglaublich gute und umfassende Fütterungsqualität. Sicherlich sollte es auch nicht zu viel Obst sein, denn in diesem versteckt sich der Fruchtzucker und damit ist zu viel ungesund für die Zähne. Um diesen bereits abwechslungsreichen Speiseplan noch zu verbessern, können wir nun gezielt das menschlich produzierte Futter mit einbauen. Hafer beispielsweise als zusätzliche Eiweißquelle für die Muskeln. Müsli um dem hohen Energiebedarf unserer Sportpferde Rechnung zu tragen. Und so weiter. Es gibt viele Varianten. Wir sollten aber nie vergessen: Das wichtigste Futter für unsere Pferde findet sich in Heu und Gras, sowie verschiedenem Saftfutter. Diese Futtermittel kann niemand ersetzen und wenn diese Grundlage nicht stimmt, stimmt niemals die Ernährung des Pferdes. 

 

So aufgestellt bleibt nur noch eins zu sagen: Futter sollte möglichst naturbelassen sein. Es sollte keine Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder gar Zucker enthalten. Und man sollte die Bestandteile noch erkennen können, denn so geht man dem Risiko aus dem Weg Abfall oder verunreinigtes Futter zu kaufen. Wer Müsli füttert sollte genau hinsehen, welches Müsli gefüttert wird und von welchem Hersteller dieses stammt. Dabei geht es nicht darum, dass es nur einen Hersteller gibt, dem Vertrauen geschenkt werden kann, wir wollen nur dazu aufrufen sich möglichst umfassend und gut über den Produzenten zu informieren. 

Wir selbst vertrauen Mühldorfer Pferdefutter, denn die Bestandteile sind weitestgehend naturbelassen. Außerdem produziert die Mühldorfer Nutrition AG sein Futter selbst und kauft es nicht bei einem anonymen Hersteller ein. Aus diesen Gründen arbeiten wir auch mit diesem Unternehmen zusammen. 

 

Letztendlich lautet unser persönliches Fazit wie folgt. Wer sein Pferd gut ernähren will, sollte die Basis definitiv aus der Natur abschauen und so eine perfekte Grundlage schaffen. Aber mit dem Wissen unserer heutigen Gesellschaft können wir das Natürliche sinnvoll ergänzen. Dabei sollte unbedingt auf die Anforderungen und das Leben des jeweiligen Pferdes geachtet werden und das Kraftfutter sollte nur einen kleinen Teil des gesamten Speiseplans ausmachen. Niemals aber sollte Kraftfutter die Hauptquelle der Nährstoffe sein, denn Pferde dürfen im besten Fall nicht länger als 4h keine Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme haben. Nutzt also Natürliches und Menschliches sinnvoll in Kombination und bleibt wachsam. Das Pferd wird es danken! 

 

Nun bleibt nur noch an eins zu erinnern: Wir sind eine Community und unser persönliches Ziel ist es innerhalb dieser Community Wissen aufzubauen und zu verbreiten. Wir wollen gemeinsam mit, durch und für euch lernen. Also schreibt alle eure Erfahrungen und euer Wissen und eure Ideen in die Kommentare. Lest auch selbst die Kommentare der anderen, was wir auch mit Freude tun werden. Ihr dürft auch gerne zusätzlich zu diesem Grundlegenden Text weitere Themenfelder in den Kommentaren erörtern. Beispielsweise hatte Michelle gestern per Instagram nach Tipps gefragt, was sie Rusthy füttern könnte, weil er so schwerfuttrig ist. Danke nochmal an all die hilfreichen Antworten! 

Aber genug an dieser Stelle von uns. Ich hoffe der Text hat euch geholfen oder angeregt und ich freue mich auf eure Kommentare. 

Bis die Tage! 

 

Herzlichst 

Alex und das gesamte Team! 

Tags: Mühldorfer

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  • Gut gegessen?!

    Unser erster Blogbeitrag ist nun online, ich hoffe er gefällt euch! Jetzt aber die Frage der Fragen: auf welche Ernährung achtet ihr mehr - eure oder die eures Pferdes?

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