Das Springen -Grundlagen-

Das Springen -Grundlagen-

Ein teures und top ausgebildetes Pferd braucht es um ein guter Springreiter zu werden…. Nicht! 

Dieses Mal stehen die Grundlagen des Springreitens auf dem Speiseplan unseres Wissens. Springreiten ist eine Disziplin die sich aus dem Jagdreiten entwickelte. War das Jagdreiten zunächst eine echte Jagd wurde es zum Publikumsmagneten. Um die Veranstaltung noch attraktiver für Zuschauer zu machen entschied man sich dazu die Ritte zunehmend auf kleineren, extra angefertigten Plätzen zur Show zu tragen. Der italienische Rittmeister Caprilli entwickelte dann Anfang des 20. Jahrhunderts den leichten Springsitz. Dies, in Kombination mit sichereren Hindernissen, ebnete den Weg zum modernen Springsport. 

Das Springreiten entwickelte sich also aus einer Arbeit, der Jagd, zu einem frühen Hobby. Der Spaß und der Unterhaltungswert standen im Vordergrund.

 

Und genau darum sollte es im Springreiten auch gehen. Vor allem im Hinblick auf die Pferde, die uns so treu dienen. Wir müssen es also schaffen dem Pferd den Spaß am Springreiten beizubringen, denn nur ein Pferd das Spaß am Springen entwickelt hat, wird echte Erfolge bringen. Aus Angst entsteht kein Siegertyp. Freude kann ein Pferd, im Übrigen auch der Reiter, aber nur entwickeln, wenn sich das Paar gegenseitig Ruhe und Sicherheit schenkt. Daraus entstehen gute Gefühle. Bei beiden. 

Ruhe und Sicherheit kommen aus einer gemeinsamen Routine. Es geht beim Springreiten eigentlich nur um den Spaß, tolle Gefühle und ein perfektes Team. Überforderung führt schnell zu Misserfolgen und Misserfolge verderben euch den Spaß. Deshalb lasst euch niemals einreden, ihr würdet zu langsam vorwärtskommen. Oder ihr müsstet in einem bestimmten Alter schon bestimmte Erfolge vorweisen. Ihr müsst immer genau soweit gehen wie ihr euch noch sicher fühlt, aber gleichzeitig auch etwas Mut benötigt. Stellt ihr fest, dass ihr bei der gestellten Aufgabe nicht positiven Mut benötigt, sondern unsicher seid oder gar Angst verspürt geht solange Schritte zurück, bis ihr euch sicher fühlt und den positiven Mut aufbringen müsst. 

Soweit so gut, aber das wirklich interessante kommt jetzt. Ich versuche euch im Folgenden zu schildern wie wir die verschiedenen Stufen in der Ausbildung zum Springreiten bestritten haben und aus heutiger Sicht bestreiten würden. 

 

Das wichtigste ist erstmal die dressurmäßige Grundausbildung. Hilfen müssen von Pferd und Reiter beherrscht werden. Die Umsetzung der Hilfe muss schnell geschehen. Aufs Wort quasi, nicht erst eine halbe Runde später. Beim Springen kommt es auf schnelle Verständigung an. Tempiwechsel müssen sofort funktionieren. Das Pferd muss ein gutes Grundgleichgewicht haben und es sollte eurer Führung vertrauen. Außerdem solltet ihr sicher auf dem Pferd sitzen, um im Sprung keine Unsicherheiten zu haben.  Kurz um, all das was wir in den bisherigen Blog Posts behandelt haben ist eine wichtige Grundlage des Springreitens. Prüft euch am besten selbst genau an welchen Stellen ihr noch Nachholbedarf habt, ihr macht euch mit einer ehrlichen Einschätzung das Leben und den Start ins Springen sehr viel leichter.

 

Seid ihr schon fortgeschritten und habt hier und da Probleme beim Springen macht es immer Sinn sich auf die Grundlagen zu besinnen und zu überlegen, ob vielleicht schon hierin die Quelle allen Übels zu finden ist. Funktionieren diese Grundlagen, geht es jetzt zu den Stangen.

 

Wir raten Springanfängern erstmal nur Stangen auf den Boden zu legen. Wie wir im BlogPost „Das Auge“ erklärt haben, kann man hier Das Auge schulen und erstmal überhaupt testen wie es sich anfühlt gegen eine Stange zu reiten und diese treffen zu müssen. Auch ertastet man an der Stange schon ein bisschen den Sprungablauf, da die Pferde über die Stange einen größeren Galoppsprung machen als normal. Man spürt also schon ein wenig, dass man ein leicht nach vorne geht und etwas leichter sitzt um es dem Pferd angenehmer zu machen. Legt euch zuerst nur eine einzelne Stange hin und reitet immer wieder in den verschiedenen Gangarten über die Stange. Das könnt ihr an sieben Tagen die Woche machen (jede Einheit sollte natürlich dem Konditionsstand des Pferdes angepasst sein, es bringt nichts über den Punkt hinaus zu trainieren). Einfach bei jedem Mal Reiten 10, 15 Mal über die Stange galoppieren. Bis ihr ein richtig gutes Gefühl habt. Und ihr euch anfangt zu langweilen, weil jedes Mal Sitzt. Es klingt total bescheuert aber ihr erleichtert euch den Einstieg in das Springen ungemein. Für alle die ihr Springen verbessern wollen ist diese Übung auch echt klasse. Weder Pferd noch Reiter werden überfordert sein und durch die Langeweile, die mit der Routine entsteht, kommt die Sicherheit. Jeder weiß exakt was auf ihn zukommt und das ist auch gut so.

 

Achtet darauf bei dieser ersten Übung immer mit dem gleichen Tempo über die Stange zu reiten. Gleichzeitig solltet ihr auch darauf achten immer wieder die gleiche Linie zu reiten. Als letztes gilt es noch darauf zu achten dem Pferd über der Stange die Zügel etwas hinzugeben, so kann es sich über der Stange vorwärtsabwärts dehnen.

Durch das gleiche Tempo und die gleiche Linie spürt ihr immer wieder, dass die gewählte Linie entweder schon gut passt oder eben noch nicht passt. Passt sie noch nicht ändert ihr entweder die Linie und bleibt im Tempo gleich, oder ihr ändert das Tempo und reitet die gleiche Linie. So variiert ihr nur eine Variable und könnt deshalb viel besser daran arbeiten die Stange zu treffen. Arbeitet auch gerne mit Pylonen die euren genauen Weg vorschreiben,  damit ihr wirklich immer sicher seid, den gleichen Weg zu reiten. Ändert dann die Pylonen um den Weg neu vorzugeben und probiert ob es besser oder schlechter wurde. Grundsätzlich gilt auf einer Zirkellinie: reitet ihr drei vier mal gegen die Stange und der Absprung war jedes mal zu weit weg von der Stange, solltet ihr die Linie etwas enger reiten um die Galoppsprungzahl auf der Zirkellinie zu verringern. So wird der letzte Galoppsprung enger kommen. Kam bei den ersten drei vier Versuchen der letzte zu eng, solltet ihr die Linie etwas weiter reiten. Dadurch habt ihr hinten raus mehr Platz. Diese Übung würden wir als Grundlage des Springreitens sehr empfehlen. Diese Übung ist vor allem sehr ähnlich zu der Übung fürs Auge! Schaut zusätzlich gern in den Beitrag über das Auge um die Übung vertiefter zu verstehen. 

 

Wenn diese Übung aus dem FF sitzt, könnt ihr jetzt anfangen etwas mit Stangen zu spielen und so gleichzeitig die Grundlagen des Springreitens weiter zu vertiefen. Im Parcours gibt es später Distanzen und Kombinationen, Wendungen und gebogene Linien. Genau das könnt ihr mit Bodenstangen perfekt vorbereiten. Googelt die Abstände der Stangen zueinander und legt euch die Stangen entsprechend hin. Anfangs eine einfache Distanz. Legt euch Beispielsweise eine Distanz mit 4 Galoppsprüngen immer auf die exakt gleiche Meterzahl die ihr im Netz gefunden habt. Diese eine Distanz reitet ihr jetzt wieder über mehrere Tage oder sogar Wochen in jeder oder fast jeder Einheit. Irgendwann langweilt euch auch diese Aufgabe. Und bitte reitet lieber einmal zu oft die gleiche langweilige Distanz, als dass ihr zu früh auf eine nächst schwere Aufgabe wechselt. Es muss richtig langweilig sein diese Distanz zu reiten, weil sie einfach jedes mal funktioniert. 

 

Für die Erfahreneren unter euch schlagen wir als Gurndlagen Training folgendes vor: Ihr könnt die Distanz auf der gleichen Meterzahl liegen lassen wie ihr sie immer geritten seid. Nur reitet jetzt nicht mit vier Sprüngen durch, sondern mit 5! Nebenbei bemerkt schon ab der ersten Stufe der Distanz müsst ihr natürlich die Sprünge immer mitzählen! Das Zählen ist übrigens umso wichtiger je höher ihr reitet, weil es dann um cm geht. Also lernt es schon bei den kleinen Aufgaben die euch nicht überfordern. Funktionieren die 5 Galoppsprünge in der eigentlichen vierer Distanz hervorragend, reitet ihr wieder vier Galoppsprünge. Dann in der nächsten Einheit wieder fünf und in der kommenden Einheit reitet ihr einmal vier und einmal fünf. Sobald diese Variation gut funktioniert könnt ihr Anfangen dieselbe Distanz auch mal mit drei Galoppsprüngen zu reiten. Ihr trainiert bei dieser Übung die Tempiwechsel perfekt und ihr prüft ob eure Hilfen angenommen werden. Außerdem schult ihr euer Gefühl für die Distanz. 

 

Wenn die ersten Distanzen funktionieren könnt ihr anfangen ein ähnliches Spiel mit Kombinationen zu üben und mit gebogenen Linien. Allerdings bietet es sich bei Kombinationen nicht an die Galoppsprünge zu variieren, hier sollte man bei den vorgegebenen Galoppsprüngen bleiben. Bei den gebogenen Linien bietet es sich dafür (bei den Fortgeschrittenen) um so mehr an. Hier könnt ihr mal richtig einen raushauen indem ihr die Distanz sogar mit zwei Galoppsprüngen mehr oder weniger reitet als eigentlich vorgesehen. Hier könnt ihr durch die Linienführung viel Weg herausholen (größerer Bogen= mehr Galoppsprünge; kleinerer Bogen= weniger). So erhaltet ihr auch für gebogene Linien und Distanzen ein super Gefühl. Wichtig ist, dass ihr euch vorher überlegt wie viele Galoppsprünge ihr machen wollt und dann auch tatsächlich diese Galoppsprünge reitet. Die Beginner versuchen immer wieder konstant mit der gleichen Galoppsprungzahl durch die gebogene Linie zu reiten. Könnt ihr das alles seid ihr technisch perfekt gerüstet. 

 

Für heute habt ihr erstmal genug Stoff zum Üben für die nächste Zeit. Das nächste Mal besprechen wir dann die ersten echten Sprünge! 

War der Beitrag hilfreich? Was habt ihr für Tipps und Tricks aus euren Anfangszeiten? Wir freuen uns auf hilfreiche Antworten von euch. 

 

Liebe Grüße 

Euer Team Momo!

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